Die Eigenartigkeit der Weichsel besteht darin, dass sie trotz der dynamischen Zivilisationsentwicklung nach wie vor wild, jungfräulich und im bestimmten Sinne unzugänglich geblieben ist. Sie ist wie eine natürliche Oase in der Mitte einer Wüste aus Beton, Glas und Aluminium, zu der auch Polen wie die anderen industrialisierten Länder wird. Die meisten europäischen Flüsse wurden reguliert, kaskadiert und ihre Ufer meistens mit Beton verlegt. Nur noch an der Weichsel finden wir eine für große Flüsse typische natürliche Uferpflanzenwelt: vom Gebüsch bis zu Brüchen (mit Weiden, Pappeln, Eschen). Diese Ökosysteme werden in Bezug auf den Reichtum der Flora- und Faunaarten sowie die komplexe Struktur für eine Seltenheit gehalten!

Wie Wojciech Giełżyński in seinem Buch „Meine private Vistuliada” geschrieben hat: „Der Hausherr von den Weichselinseln (und -ufern) sind Vögel. Auf jeder gibt es unzählige Mengen von neugierigen Möwen und schnellen Seeschwalben. Im Flussgesträuch, auf Weichselbrüchen, an öden Sandbänken leben viele andere Vögel, die mir weder vom Gefieder noch von den Tönen, die sie hervorbringen bekannt sind. Immer wieder kommen neue zwitschernde Wundertiere vor”.

Als ein aufmerksamer Naturbeobachter, jedoch absoluter Laie im Bereich der Ornithologie muss ich zugeben, dass die Vielfältigkeit der an der Weichsel lebenden Vögel auch auf mich einen unvergesslichen Eindruck gemacht hat. Erstaunlich ist vor allem die Nähe, aus welcher ein durchschnittlicher, ornithologisch nicht erfahrener Tourist die fliegenden Exemplare beobachten kann. Selbst solch gewöhnliche Vögel in Polen wie Storche. Aber der schwarze Storch, den ich an der Weichsel mehrmals gesehen habe, das ist schon was Besonderes! Damit Sie die Weichselvögel besser beobachten können, haben wir jede Jacht mit einem Profifernglas ausgestattet.